Vom Fernsehen und Süßigkeiten

Letzte Woche hatte ich einen dieser schönen Momente, wo man spürt, ein bisschen mehr verstanden zu haben, was die eigenen Kinder brauchen. Zwei schwierige Themen waren bei uns Süßigkeiten essen und Filme schauen. Beides könnten unsere beiden den ganzen Tag - ist ja auch wirklich verständlich. Doch beides finden wir nicht nur gut und möchten es gerne etwas einschränken. Für Süßigkeiten hatten wir nun schon eine Weile eine gute Lösung für uns gefunden. Vorher gab es bei uns nur hin und wieder Süßigkeiten - und wir Eltern konnten gut damit leben, schließlich konnten wir ja entscheiden, wann es Süßigkeiten gab und wann nicht. Doch es häuften sich die Fragen, ob es Süßigkeiten geben würde - und mittlerweile verstehe ich auch warum: Wenn man nicht weiß, wann man wieder etwas von diesen furchtbar leckeren Dingen gibt, muss man einfach immer und immer wieder nachfragen, sonst könnte man den Moment ja vielleicht verpassen. Oder die Eltern könnten es ganz vergessen ;-) So führten wir vor einiger Zeit ein, dass es nachmittags nicht nur einen Obstteller gibt, sondern auch ein paar Süßigkeiten für jeden. Seitdem wird nicht mehr gefragt, ob es Süßigkeiten gibt - denn sie wissen ja, es gibt heute noch welche, sie können sich darauf verlassen. Eine Bedingung gibt es allerdings bei uns noch - sie müssen auch normal Mittagessen, sonst fällt unser "Picknick" für dieses Kind aus (zumindest der ganz süße Teil ;-) )

 

Das Filme schauen war bei uns bis letzte Woche noch so ein schwieriges Thema. Da wollten wir keine solche Regelmäßigkeit und 7 Mal die Woche Filme schauen erscheint uns zu viel. Wir haben einen Fernseher, aber die Kinder haben bisher nur einmal ein Fußballspiel dort mitangesehen. Filme schauen wir auf dem Laptop - das hat auch den Vorteil, dass man jederzeit jeden Film ansehen kann und nicht von Uhrzeiten abhängig ist. Außerdem können wir auswählen, was die Kinder sehen. Einige Kindersendungen die vom Thema schon zu kleineren Kindern passen würden, haben einen sehr schnellen Bilder-Wechsel. Glücklicherweise finden das unsere Kinder bis jetzt auch noch unangenehm, so dass wir leicht auf andere Filme wechseln konnten.

Unsere Lösung fürs Filme schauen sieht nun so aus, dass die Kinder zwei Mal in einer Woche eine halbe Stunde Filme schauen dürfen. Dafür habe ich zu unserem Wochenkalender zwei Buttons ergänzt, die wir dann an den jeweiligen Tag hängen können, damit für sie anschaulich ist, ob sie diese Woche noch Filme schauen können und wann sie schon eine halbe Stunde geschaut haben. Toll finde ich an dieser Lösung auch, dass sie selber entscheiden können, ob sie einen Film schauen wollen und wann. Es entsteht keine tägliche Regelmäßigkeit. (Ich bin mit dem Fernsehen aufgewachsen und irgendwann hat meine "innere Uhr" nach dem Fernsehprogramm getickt. Noch heute denke ich manchmal, wenn ich um 20.15 Uhr auf die Uhr schaue: Aha, jetzt gehen die Abendfilme los! - und das finde ich ganz schön krass. Mittlerweile sehe ich nur noch selten fern und am liebsten würde ich unseren Fernseher ganz abschaffen. Vor kurzem kam eine Sendung "Die schönsten Momente von RTL" oder so ähnlich und ich war erschreckt, wie viel mir davon bekannt vorkam. Das war ein Fernseh-Rückblick, kein Rückblick von meinem Leben, also nur von "Second-Hand-Momenten" und doch hatte ich bei einigen das Gefühl, diese "miterlebt" zu haben, dabei saß ich dabei nur auf dem Sofa und habe auf eine Mattscheibe gestarrt. Verrückt.)

Diese Woche ist nun ganz anders verlaufen. Sonst war oft schon die erste Frage nach dem Aufstehen: Darf ich einen Film anschauen? Und auch beim strahlendsten Sonnenschein: Schauen wir einen Film?! Diese Woche ist die Frage fast komplett ausgefallen. Heute ist Sonntag und sie haben sogar erst ein Mal in dieser Woche Filme geschaut. Gestern habe ich sie daran erinnert, dass sie noch ein Mal Filme schauen könnten. Mal sehen, ob sie das heute noch nutzen wollen oder ob wir morgen so in eine neue Woche starten.

Den Wochenkalender habe ich mit dem Plotter hergestellt. Die Vorlage dafür könnt ihr hier runterladen. Sie ist auch leicht selber erstellt, aber manchmal ist man doch froh, wenn man sich die Arbeit nicht selber machen muss.

Für die Buttons habe ich mir eine Vorlage aus dem Silhouette-Store ausgesucht. Aus Fotokarton ausgeschnitten und aus dem selbstklebenden Magnet-Papier von Silhouette. Diese Blumenform war etwas kniffelig mit dem Magnetpapier. Man muss das Magnetpapier immer noch etwas abknicken und das geht so um die Kurven nicht sehr gut. Also vielleicht lieber gröbere Formen nehmen, merke ich mir für's nächste Mal ;-)